Wohngruppe MEL
Kurz und knapp:

§§ 27/41 in Verbindung mit §34 SGB VIII

Platzzahl 4
Zielgruppe Die Wohngruppe richten sich grundsätzlich an alle Mädchen*, die der Hilfe zur Erziehung in stationärer Form bedürfen.
Aufnahmealter ab 16 (in Ausnahmefällen auch ab 15)
Aufnahmekriterien - Mädchen* in unterschiedlichen Problemlagen, die nicht mehr zu Hause leben wollen oder können und Unterstützung bei der Alltags- und Problembewältigung sowie der individuellen Lebensplanung brauchen
- Mädchen*, die lernen wollen, Verantwortung für sich und ihren Alltag zu übernehmen
- Mädchen*, die sich in der Schule, Ausbildung oder ähnlichem befinden bzw. begeben wollen und dazu Unterstützung brauchen
- Mädchen*, die mit anderen Mädchen zusammen wohnen wollen
- Mädchen*, die bereit sind, sich an Regeln und Absprachen zu halten

Betreuung drei Diplom-Sozialpädagoginnen*

Kontakt: Anke Büsching 0157 712 087 67



Betreuung und Hintergründe

Die Betreuung erfolgt stundenweise, also nicht rund um die Uhr. In der Regel ist eine der drei Betreuerinnen in den Nachmittags- und Abendstunden vor Ort. Um den Kontakt zu den Jugendämtern und Schulen zu pflegen oder die Mädchen* bei Arztbesuchen oder anderen Terminen begleiten zu können, sind die Betreuungszeiten jedoch flexibel. Der Samstag ist der einzige betreuungsfreie Tag. Nachts und an den Wochenenden steht den Mädchen* für Notfälle eine Rufbereitschaft zur Verfügung. Die Mädchen* machen immer wieder deutlich, dass sie einerseits Betreuung wünschen und schätzen, andererseits hinter dem Angebot von Unterstützung aber schnell das Infragestellen der eigenen Handlungskompetenz vermuten. Das Angebot „Ich kann Dich gerne zu dem Gespräche in der Schule begleiten“ wird dann zu der Botschaft: „Ich traue Dir nicht zu, dass Du das alleine schaffst“.

Bis zu dem Zeitpunkt ihres Einzuges haben viele der Mädchen* eine hohe familiäre Verantwortung getragen. Dadurch wurde es für sie umso schwerer, sich von der Familie zu lösen und eigene Perspektiven und Lebenswünsche zu entwickeln. Einige haben sich gezwungen gesehen, in ständige Konfrontation mit ihren (Pflege-) Familien zu gehen und auf diese Weise für mehr eigenen Raum zu sorgen.
Dieses Streben nach Autonomie und die damit verbundene Suche nach der eigenen Identität stellen Herkunfts- und Pflegefamilien sowie Jugendhilfeeinrichtungen regelmäßig auf die Probe, denn die Mädchen sehen ihre einzige Chance nicht selten in der Rebellion. Andere ziehen sich in sich selbst zurück und werden möglichst unsichtbar.
Mädchen*, die die Erfahrung machen, als Mädchen* zwischen verschiedenen Kulturen zu stehen, geht es da sehr ähnlich.
Die Folge für die Mädchen* sind nicht selten großer Stress und Überlastungssymptome, die sich auf körperlicher Ebene ebenso zeigen wie auf psychischer.

Die Mädchen* erhalten in der Mädchenwohngruppe die Möglichkeit mit Unterstützung der Sozialpädagoginnen* Altes zu verarbeiten und Neues kennenzulernen, um daraus eigenverantwortliche und selbständige Handlungsstrategien zu entwickeln.