Wohngruppen MiA (Mädchen im Aufbruch)

Du bist 16 Jahre alt und…

… kannst oder willst nicht mehr bei Deinen Eltern oder Pflegeeltern wohnen.
… wohnst in einer Wohngruppe und wünscht Dir mehr Freiraum.
… möchtest bald in eine eigene Wohnung und vorher noch sicherer werden im Umgang mit Deinem Geld, mit Ämtern und Behörden oder auch mit Erlebnissen, die Dich belasten.
… hast Lust, mit drei anderen Mädchen zusammen zu wohnen.
… gehst zur Schule, machst eine Ausbildung oder ein Praktikum oder bist bereit, Dir mit unserer Unterstützung eine regelmäßige Tätigkeit zu suchen.
…willst noch nicht alleine wohnen und bist bereit, Dich an Regeln und Absprachen zu halten und mit anderen welche zu entwickeln.

Wenn der eine oder andere Satz auf Dich zutrifft, kannst Du hier mehr über unsere Wohngruppen erfahren:

Die WGs „MiA-Mädchen im Aufbruch“ bieten insgesamt acht Mädchen ein Zuhause. In der einen WG leben vier Mädchen zusammen in einem Haus, vier weitere Mädchen leben in zwei Wohnungen in einem anderen Stadtteil von Hannover.
In jeder WG arbeiten drei Betreuerinnen, die jeden Tag in der Woche für einige Stunden vor Ort sind. Die Betreuerinnen unterstützen und begleiten zu Terminen, fragen nach und haben im Blick, was anliegt. Der Samstag oder Sonntag ist betreuungsfrei.
Nachts und am Wochenende gibt es eine Rufbereitschaft. Die Bewohnerinnen können eine Handynummer wählen und erreichen dann garantiert jemanden, der oder die im Notfall hilft.
Jedes Mädchen hat ein eigenes Zimmer. Meistens kauft jede für sich ein und kocht für sich. Oft haben Mädchen aber auch Lust, gemeinsam zu kochen und zu essen.

Einmal in der Woche sitzen alle Mädchen mit den Betreuerinnen zusammen, besprechen alles Mögliche, machen was Nettes und streiten auch mal. Die Teilnahme am Gruppenabend ist Pflicht.

Wer in einer WG MiA wohnt hat also viele Freiheiten. Und natürlich gibt es auch einige Regeln:
Die Mädchen halten sich an die Ausgehzeiten des Jugendschutzgesetzes. Alkohol und Drogen sind in der WG tabu. Die Mädchen informieren sich gegenseitig darüber, wenn sie Übernachtungsbesuch bekommen. Nach einer Eingewöhnungszeit dürfen Freundinnen und Freunde in Absprache mit den Betreuerinnen in der WG übernachten. Jedes Mädchen beteiligt sich daran, den gemeinsamen Wohnraum sauber zu halten. Dafür entwickeln alle zusammen einen Putzplan.
Körperliche und seelische Gewalt wird in der WG nicht geduldet. Mädchen, die Gewalt ausüben oder Menschen in die WG lassen, die Gewalt ausüben, müssen die Konsequenzen tragen. Das kann auch bedeuten, dass ein Mädchen ausziehen muss.
Es ist nicht erlaubt, die Adressen der WGs im Internet zu veröffentlichen. Das dient dem Schutz der Mädchen.

Die einzelnen Mädchen, die Betreuerinnen und fast immer auch die Erziehungsberechtigten treffen sich in der Regel zwei Mal im Jahr mit der zuständigen Person im Jugendamt. Gemeinsam wird besprochen, welche Ziele das Mädchen hat und wie sie diese erreichen kann. Dieser Hilfeplan ist die Grundlage für die Zusammenarbeit der Mädchen und Betreuerinnen. Ziele der meisten Mädchen sind z.B.:
Eine eigene Wohnung finden, die Schule wechseln, eine Ausbildung finden, selbstständiger werden, eine Therapie beginnen, den Kontakt mit der Familie so gestalten, dass es möglichst zufrieden macht usw.

Kurz und gut- in den MiAs hast Du die Möglichkeit, mit Unterstützung Altes zu verarbeiten und Neues kennen zu lernen, um noch selbstständiger zu werden und noch mehr Strategien und Ideen zu entwickeln, wie Du Dein Leben angehen willst!

Wichtig ist, dass Du zuerst Kontakt zum Jugendamt aufnimmst!
Jedes Mädchen braucht die Zustimmung des Jugendamtes, um in die Wohngruppe einzuziehen!


Ein paar Stimmen von Bewohnerinnen zu der WG und zu dem, was ihnen wichtig ist (2011)
A.: „ Hier lerne ich, viel alleine zu machen und bin nicht ständig unter Betreuung, unter Druck und so. Ich finde die Selbstständigkeit in der WG gut und die Ruhe.“

B., N. und A.: „Schule und ein Abschluss, Freunde und dass es mit denen keinen Stress gibt, unterwegs sein, Party, Liebe und Sex, Zukunft, Weiterentwicklung und Geld“.
A.: „Das ist schon ein Jackpot“.